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Vorschaubild - Kontrollpassierpunkt

Ab 1948 entstand an den Außengrenzen Berlins der „Ring um Berlin“. Der Verkehr von und nach Berlin wurde zunehmend strenger kontrolliert. Anfangs richteten sich die Maßnahmen vor allem gegen „Hamsterfahrten“, bei denen Menschen Lebensmittel und Waren beschafften, Reisende selbst wurden kaum behindert. Ab dem Frühjahr 1952 verschärfte sich die Lage. Kontrollpassierpunkte (KPP) wurden in Hönow, Dahlwitz und Waldesruh eingerichtet. Wer etwa von Hönow nach Mahlsdorf wollte, musste die Ausweiskontrolle an der Mahlsdorfer Straße passieren. Trotz drohender Strafen umgingen viele die KPP und nutzten die „grüne Grenze“. Hintergrund der verstärkten Überwachung war die zunehmende Fluchtbewegung: Viele Menschen aus dem Berliner Umland wollten nicht nur nach Ost-Berlin, sondern weiter nach West-Berlin oder in die Bundesrepublik Deutschland. Zugleich sollte verhindert werden, dass West-Berliner unkontrolliert nach Brandenburg reisten. Nur in wenigen Ausnahmefällen – etwa zu den Renntagen in Hoppegarten – durften sie ohne Passierscheine ins Umland.

Zudem konnten die Kontrollen anlassbezogen jederzeit verschärft werden. So geschah es etwa am 17. Juni 1953, als Bauarbeiter zurückgewiesen wurden, die sich den Protesten in Ost-Berlin anschließen wollten.

Mit dem Bau der Berliner Mauer ab August 1961 verloren die KPP zwischen dem heutigen Brandenburg und Ost-Berlin zwar an Bedeutung, abgeschafft aber wurden sie erst Mitte der 1970er Jahre. Kontrolliert wurden nun vor allem Fahrten westlicher Alliierter in die DDR. 

 

From 1948 onwards, the “Ring around Berlin” was established at the outer borders of Berlin. Traffic to and from Berlin was subject to increasingly strict controls. Initially, the measures were mainly directed against “hoarding trips,” during which people procured food and goods; travelers themselves were hardly hindered. From the spring of 1952, the situation worsened. Checkpoints (KPP) were set up in Hönow, Dahlwitz, and Waldesruh. Anyone who wanted to travel from Hönow to Mahlsdorf, for example, had to pass through the ID checkpoint on Mahlsdorfer Straße. Despite the threat of penalties, many people circumvented the KPP and used the “green border.” The reason for the increased surveillance was the growing number of people fleeing the country: many people from the Berlin area wanted to go not only to East Berlin, but further on to West Berlin or the Federal Republic of Germany. At the same time, the aim was to prevent West Berliners from traveling to Brandenburg without being checked. Only in a few exceptional cases – such as on race days in Hoppegarten – were they allowed to enter the surrounding area without a pass.

In addition, controls could be tightened at any time if necessary. This happened on June 17, 1953, for example, when construction workers who wanted to join the protests in East Berlin were turned back.

With the construction of the Berlin Wall in August 1961, the KPPs between what is now Brandenburg and East Berlin lost their importance, but they were not abolished until the mid-1970s. From then on, the main focus of the controls was on trips by Western Allies to the GDR.

 


Die KPP wurden auch nach dem Mauerbau 1961 nicht abgebaut und es fanden weiter Kontrollen statt, wie ein undatierter Bericht aus den 1960er Jahren belegt: 

„Bei allen durchzuführenden Schulungen muss erreicht werden, dass die Genossen Klarheit über die Bedeutung ihrer zu lösenden Aufgaben haben, um auch den noch einzeln auftretenden negativen Stimmungen über die Kontrolle entgegentreten zu können. Die noch auftretenden negativen Meinungen der Bevölkerung werden noch dadurch unterstützt, dass z. B. im Bereich des VP-Reviers Erkner mehrere Schilder mit der Aufschrift ‚Achtung Sektorengrenze, passieren verboten‘, im Bereich Dahlwitz 4 solcher Schilder und im Bereich VP-Reviers Zepernick ca. 20 Schilder stehen. Dazu kommt noch, dass in diesem Bereich 14 Wege durch Gräben, Stacheldraht oder spanische Reiter gesperrt sind. 

Teile der dortigen Bevölkerung sind an die Posten bzw. Kontrolloffiziere herangetreten mit der Frage, warum diese Sperren noch bestehen, da eine ganze Reihe von Wegen unkontrolliert benutzt werden können. Durch die Beseitigung dieser Sperren ist für einige Bürger die An- und Abfahrt zu ihren Betrieben wesentlich verkürzt.

Der grösste Teil der Bevölkerung schätzt die Kontrollmassnahmen als positiv ein und fügt sich den Weisungen.

Überprüfungen ergaben, dass sich der Zustand und die Ordnung an den KPP in der letzten Zeit wesentlich verbessert hat. Auch das Verhalten der Genossen bei der Kontrolltätigkeit ist sicherer und korrekter geworden.“

Negativ wurde festgehalten, dass der KPP Waldesruh nur unzureichend beleuchtet sei.

Aus: Bericht: Zur Sicherung des demokratischen Berlin, undatiert, aus: BLHA, 671 BDVP FfO 1057, Bl. 4-9, hier: Bl. 8.

 

 

The KPPs were not dismantled even after the Wall was built in 1961, and controls continued to be carried out, as evidenced by an undated report from the 1960s:

"All training courses must ensure that comrades are clear about the importance of the tasks they have to perform in order to be able to counteract any negative attitudes towards the controls that may still arise individually. The negative opinions that still exist among the population are reinforced by the fact that, for example, there are several signs with the inscription ‘Attention sector border, no trespassing’ in the Erkner VP district, four such signs in the Dahlwitz district, and approximately 20 signs in the Zepernick VP district. In addition, 14 paths in this area are blocked by ditches, barbed wire, or Spanish riders.

Some of the local population have approached the posts or control officers with the question of why these barriers still exist, since a whole series of paths can be used without control. Removing these barriers would significantly shorten the journey to and from work for some citizens.

The majority of the population views the control measures positively and complies with the instructions.

Inspections have shown that the condition and order at the KPPs has improved significantly in recent times. The behavior of the comrades during the control activities has also become more confident and correct."

A negative point noted was that the Waldesruh checkpoint was inadequately lit.

From: Report: On securing democratic Berlin, undated, from: BLHA, 671 BDVP FfO 1057, pp. 4-9, here: p. 8.

 


Weil die Kontrollpassierpunkte ihre Funktionen nach dem Mauerbau 1961 weitgehend eingebüßt hatten, begannen Mitte der 1970er Jahre Überlegungen, sie stillzulegen und die existierenden Wachhäuschen gegebenenfalls anderweitig zu nutzen. Die gezeigten Fotos dokumentierten den baulichen Zustand in diesen Jahren. 

 

Because the checkpoints had largely lost their function after the Berlin Wall was built in 1961, considerations began in the mid-1970s to shut them down and, if necessary, use the existing guardhouses for other purposes. The photos shown document the structural condition during those years.

Hoenow
Dahlwitz-Hoppegarten
Waldesruh

Fotos der Kontrollpassierpunkte Hönow, Dahlwitz und Waldesruh, Mitte der 1970er Jahre, aus: BArch, DO 1/104325

Photos of the Hönow, Dahlwitz, and Waldesruh checkpoints in the mid-1970s, from: BArch, DO 1/104325


Ein Schreiben des Bürgermeisters Müller von Dahlwitz-Hoppegarten belegt die Unsicherheit vieler in der Gemeinde mit den geltenden Regelungen zur Grenze nach Berlin.

 

A letter from Mayor Müller of Dahlwitz-Hoppegarten attests to the uncertainty felt by many in the community regarding the regulations governing the border with Berlin.

Schreiben - Seite 1
Schreiben Seite 2
Schreiben Seite 3

Schreiben von Bürgermeister Müller an den Rat des Kreises Strausberg, 11.3.1967, aus: Archiv der Rennbahngemeinde Hoppegarten, Ordner Volkskontrollausschuss Volkskontrollen, 1948, 1967, 1970-71

Letter from Mayor Müller to the Strausberg District Council, March 11, 1967, from: Archive of the Hoppegarten Racecourse Community, folder Volkskontrollausschuss Volkskontrollen, 1948, 1967, 1970-71


Ein Bericht des Ministeriums für Staatssicherheit vom Februar 1977 hielt zahlreiche Verstöße von Angehörigen der westlichen Militärmissionen bei Fahrten in die DDR fest. Aktenkundig wurde etwa deren Fehlverhalten am Kontrollpassierpunkt Mahlsdorfer Straße. 

 

Der Link führt zum vollständigen MfS-Bericht von 1977

 

A report by the Ministry for State Security from February 1977 documented numerous violations by members of the Western military missions when traveling to the GDR. Their misconduct at the Mahlsdorfer Straße checkpoint, for example, was recorded. The link leads to the complete MfS report from 1977:

 

The link leads to the complete MfS report from 1977:


Heinz Köbke berichtet über seine Erfahrungen beim Passieren des Kontrollpassierpunktes, 2023.

 

Heinz Köbke reports on his experiences passing through the checkpoint, 2023.

 

 

Audio:   Erinnerungen von Heinz Köpke an die Kontrollpassierpunkte

 

 

 

 

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