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Dahlwitz-Hoppegarten - Ortsteil

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Dahlwitz geht in seinen Ursprüngen bis in das 12./13. Jahrhundert zurück und wird urkundlich 1370 zum ersten Mal erwähnt. Der Name des Dorfes setzt sich aus den beiden slawischen Wörtern "dol" oder "dal" für "lang" und "witz" für "Ort, Dorf" zusammen.

Aus dem mittelalterlichen Bauerndorf wird ein - in seiner räumlichen Gliederung noch heute erkennbares - Beispiel für ein bis ins 19. Jahrhundert typisches Gutsdorf. Das Angerdorf wird an einem alten Nord-Süd-Verbindungsweg angelegt, der von Köpenick nach Norden in Richtung Stettin führt und in der Ortslage identisch ist mit dem heutigen Verlauf der Rudolf-Breitscheid Straße und der Lindenallee.

 

Im Landbuch Karl IV. der Mark Brandenburg aus dem Jahre 1375 wird die Größe des Dorfes mit 50 Hufen angegeben. Davon gehören vier Hufen dem Pfarrer, eine der Kirche und neun der Ehefrau Friedrichs von Plaue als Heiratsgut. Das restliche Land wird einem Hans Belitz vom Markgrafen als Lehen übergeben.

 

In den nachfolgenden Jahrhunderten wechseln die Besitzer von Dahlwitz recht häufig:

-1450 tritt der kurfürstliche Rat Schulleboltz als neuer Lehnsbesitzer auf;

-1621 der kurfürstliche Rat Johann von Löben erwirbt Dahlwitz;

-1716 ein Spross der Familie von Löben, Carl Hildebrand Freiherr v. Canstein, verkauft den Besitz an den Geheimen Rat Freiherr Samuel von Marschall;

-1720 erwirbt v. Marschall noch die Dörfer Münchehofe und Rahnsdorf dazu. Nun gehört das Vorwerk Hoppegarten zum Dahlwitzer Gutsbesitz;

-1819 durch Heirat geht das Gut in den Besitz des Grafen von Hacke über;

-1850 Carl Heinrich von Treskow erwirbt es von Gräfin Hacke, der Urenkelin des Samuel v. Marshall, Dahlwitz;

-1855/56 errichtet der Architekt Friedrich Hitzig im Auftrag Treskows einen schlossartigen Herrensitz im Stil der spätklassizistischen Potsdamer Turmvillen. Der Standort des derzeit zu restaurierenden Schlosses befindet sich nördlich eines alten Herrenhauses, welches abgerissen wurde. Der zum Gut gehörende 30 Morgen große Park ist bereits 1821 im Auftrag des Grafen v. Hacke vom Landschaftsgestalter Peter Josef Lenné angelegt und in dessen Geist von den Treskows weiterentwickelt worden.

 

Mit der Anlage der Rennbahn, 1867 im Dahlwitzer Vorwerk Hoppegarten gegründet, verändert sich die wirtschaftliche Lage und das Gesicht des Dorfes grundlegend.

Parallel mit der Entwicklung des Ortes zu einem Zentrum des deutschen Galopprennsports wird Dahlwitz-Hoppegarten beliebter Siedlungsort großstadtmüder Berliner. In den Gründerjahren und nach dem ersten Weltkrieg entstehen repräsentative Villen im Umfeld der Rennbahn, die noch heute das Ortsbild prägen.

Obwohl Hoppegarten bereits 1904 in den Gemeindebezirk Dahlwitz aufgenommen wird, trägt die Gemeinde erst ab 1921 offiziell den Namen Dahlwitz-Hoppegarten. Per Gesetz wird in Dahlwitz 1928 der Gutsbezirk als Gebietskörperschaft offiziell aufgelöst.

 

In den zwanziger Jahren entsteht nördlich der Trasse der Ostbahn die Genossenschaftssiedlung BIRKENSTEIN und in den dreißiger Jahren am Südrand der Gemarkung, angrenzend an die Berliner Bezirke Lichtenberg und Köpenick, die Waldsiedlung WALDESRUH.

Die Einwohnerzahl Dahlwitz-Hoppegartens wächst so von 1300 an der Schwelle zum zwanzigsten Jahrhundert auf über 4000 Ende der dreißiger Jahre. Von ursprünglich agrarisch geprägtem Broterwerb entwickelt sich die Bevölkerung durch den Zuzug von niederen Beamten, Handwerkern und Facharbeitern, die in Berlin ihr Auskommen haben, in eine völlig neue Richtung.

Mit Ende des zweiten Weltkrieges und der nachfolgenden Bodenreform enteignet, werden die letzten Mitglieder der ehemaligen Gutsherrschaft derer von Treskow vertrieben. Das Herrenhaus kommt in kommunale Trägerschaft und dient fortan als Kinderheim und ab den fünfziger Jahren als Schulhort und Schulspeisungsobjekt.

 

Während bis Ende des zweiten Weltkriegs noch eine deutliche geografische Trennung zwischen Dahlwitz und Hoppegarten besteht, wächst das Gebiet zwischen Dahlwitzer Friedhof und Rennbahn infolge unterschiedlichster Bautätigkeit zusammen. Zu nennen ist hier die Ansiedlung verschiedener Dienststellen bewaffneter Organe der DDR, darunter auch Einrichtungen der Staatssicherheit, sowie deren Sportverbände, die in Dahlwitz-Hoppegarten bauliche Spuren hinterlassen haben.

Die Entwicklung Dahlwitz-Hoppegartens in den letzten zwanzig Jahren kann man als insgesamt gelungen bezeichnen. Alte Bausubstanz wird meistens erhalten und saniert. Neue Wohngebiete, wie in der Jahnstraße, der Straße an der katholischen Kirche und die Reihenhäuser in der Oberen Bergstraße kommen hinzu. Mit der „Gartenstadt Neu-Birkenstein“ entsteht nahe dem neu geschaffenen S-Bahn-Haltepunkt eine komplette neue Siedlung.

Der Bahnhof Hoppegarten ist saniert und mit modernen behindertengerechten Zugängen und ausreichend Parkraum versehen.

Mit der MEDIAN-Klinik in der Rennbahnallee hat sich eine anerkannte Rehabilitationseinrichtung angesiedelt.

Ein schon in den achtziger Jahren von Berliner Firmen entwickeltes Gewerbegebiet ist erschlossen, hier arbeiten etwa 2200 Mitarbeiter in über 70 Firmen. Die Steuerkraft dieser Firmen unterstützt den Haushalt der Gemeinde maßgeblich.

Seit März 2008 ist die Rennbahn Hoppegarten als einzige Rennbahn Europas komplett in privater Hand. Der Besitzer Gerhard Schöningh wird die Rennbahn schrittweise sanieren und das Trainingszentrum weiter ausbauen.

Klaus-Dieter Manthe, Ortschronist

 

Literaturhinweis: Kulturverein Grünes Tor, „Erlesenes und Erlaufenes“, Streifzüge durch die Geschichte von Dahlwitz-Hoppegarten. Erhältlich in den Hoppegartener Bibliotheken und bei der Information am S-Bhf. Hoppegarten

 

 

 

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